Die ultimative Rechtschreibstrategie – auch bei LRS

Viele fühlen sich unsicher beim Rechtschreiben. Gute Rechtschreiber „spüren“ irgendwie, ob ein Wort richtig geschrieben ist oder nicht. Unsichere Rechtschreiber – nicht nur die mit LRS – haben bei jedem Wort ein Magengrummeln. Jedes Wort fühlt sich „irgendwie komisch“ an. Sie sind nie hundertprozentig sicher, ob das Wort so stimmt oder nicht.
Ein Grund für diese Unsicherheit ist häufig, dass Wörter als „Laut“ – also auditiv – abgespeichert sind und nicht als Bild.
Wenn dein Kind Schwierigkeiten mit der deutschen Rechtschreibung hat, lohnt es sich doppelt weiter zu lesen. Denn die Kinostrategie ist eine Methode, mit der Wörter als Wortbild abgespeichert werden – und so für immer korrekt als innerer Spickzettel gespeichert sind.

Unsichere Rechtschreiber wissen, wie sich das Wort anhört.
Aber sie haben keine Ahnung, wie das Wort – korrekt geschrieben – aussehen muss.

Das Gehirn liebt Bilder

Deshalb kannst du dir Informationen, die du als Bild oder mit einem Bild gespeichert hast, besonders leicht abrufen. Welche Farbe hat deine Zahnbürste? Zack – da ist sicher ein Bild erschienen. Wenn du ein bisschen überlegen musstest, hast du wahrscheinlich nach oben geschaut.

Du kannst Bilder auch ganz bewusst “abfotografieren”. Lass uns eine kleine Übung machen. Schau dir das Bild unten genau an und präge dir das Motiv gut ein. Fotografiere es bewusst ab – manche machen hierzu ein Klickgeräusch oder blinzeln einmal kurz. Danach scrollst du das Bild „weg“, so dass du es nicht mehr siehst.

Bild genau einprägen!

Beschreibe nun Details aus dem Bild: Was hält der Junge in der Hand? Welche Farbe hat die Brille? Welches Muster hat der Anzug? Welche Haarfarbe hat der Junge?

Siehst du? Es funktioniert. Du kannst nicht nur bekannte Bilder erinnern, sondern dir auch neue Bilder einprägen. Wenn du übrigens das Bild auf Überkopfhöhe hältst, während du es dir einprägst, funktioniert das Ganze noch besser.

Du kannst aber auch Bilder im Kopf entstehen lassen, die gar nicht da sind. Magic, aber das geht. Es folgt wieder eine kleine Visualisierungsübung. Setz dich so hin, dass du deine Hände frei hast. Stell dir jetzt einen etwa volleyballgroßen gelben Ball vor. (…) Jetzt mach rote Punkte drauf. (….) Jetzt verkleinere ihn auf Golfballgröße. (…) Und mache ihn grün. Voilà. Du hast verschiedene Bilder in deiner Vorstellung kreiert und sie sogar verändert. Diese Fähigkeit brauchst du auch für die Kinostrategie.

Kinostrategie – so geht’s!

  1. Sieh dir das Wort genau an und überlege dir, was du anders geschrieben hättest.

  2. Markiere die “seltsamen” Buchstaben werden in einer bestimmten Farbe, unterringelt, eingekreist.

  3. Präge dir das Wortbild mit den Kringeln, farbigen Markierungen etc. ein.

  4. Lasse das Wort auf deinem inneren Bildschirm entstehen.

  5. Buchstabiere es vorwärts und rückwärts.

Wenn du das Wort flüssig rückwärts buchstabieren kannst, hast du einen Spickzettel von dem Wort im Kopf. Yay! Das funktioniert übrigens genauso mit Physikformeln und Exzerpten, die du auf besondere Weise gestaltet hast. Gerade mit „LRS’lern“ habe ich sehr gute Erfahrungen mit dieser Methode gemacht. Die Kinostrategie bewirkt keine Wunder, aber die Wörter, die du dir so eingeprägt hast, sind für immer (!!) als interner Spickzettel im Gehirn gespeichert.

Anfangs wirkt die Methode – wie jede Mnemotechnik übrigens auch – etwas aufwändig. Aber nach kurzer Zeit macht das Gehirn die einzelnen Schritte völlig automatisch und von alleine. Es kann gar nicht anders! Wenn du mehr wissen willst, melde dich einfach für ein Video-Coaching bei mir und finde heraus, wie einfach du dir bald schon Formeln und schwierige Wörter mit der Kinostrategie auf den ersten Blick merken kannst.

Infos für Eltern

Wenn du glaubst, dass dein Kind von einer Lese-Rechtschreib-Störung betroffen sein könnte, setze dich unbedingt mit dem zuständigen Schulpsychologen in Verbindung. Je nach Testergebnis erhält dein Kind dann einen Nachteilsausgleich. Das kann ein Zeitzuschlag sein oder die Vorgabe, dass die Rechtschreibung für einen bestimmten Zeitraum zurückhaltend oder gar nicht gewertet werden darf.

Viele Eltern scheuen diesen Schritt, weil sie Sorge haben, dass ihr Kind

  • entweder diesen „Freibrief“ nutzt, um sich weniger anzustrengen,
  • oder das Kind ausgelacht oder stigmatisiert wird.

Ich halte diese Sorge für unbegründet – denn was nützt ein frustriertes Kind, das immer wieder den Aufsatz komplett ROT  zurückerhält und in Diktaten keine Chance hat? LRS ist ein Nachteil – deshalb ist es legitim, für diesen Nachteil einen Ausgleich zu schaffen.

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