Durchgerasselt? Prüfung vergeigt? Das solltest du tun.

Klar – angenehm ist es nicht,  wenn unter einer Klausur fett „Nicht bestanden“ steht und du eine wichtige Prüfung verpatzt hast.  Durchfallen ist Mist und fühlt sich auch so an. Du hast dein Examen nicht bestanden und die große Feier wird ohne dich stattfinden. 

Wenn du ein für dich wichtiges Ziel nicht erreichst, obwohl du alles dafür getan hast, fahren deine Emotionen mit dir Karussell. Du bist enttäuscht, traurig, wütend  und zweifelst an dir. Aber irgendwann musst du akzeptieren, dass du durchgefallen bist.

Erfolgreiche Menschen sind einmal öfter aufgestanden, als sie hingefallen sind.

Nur wenn du deinen Misserfolg annimmst, kannst du die Ursachen analysieren. Und nur wenn du dazu bereit bist, kannst du dich erneut und vor allem anders auf die Prüfung vorbereiten, um sie schließlich zu bestehen.

Mit diesen 5 Tipps holst du das Beste aus deiner verpatzten Prüfung heraus 

1. Stecke deinen Kopf in den Sand – aber nicht allzu lange.

Du darfst Frust schieben, dich verkriechen und verzweifelt sein.  Du hattest dir schließlich etwas vorgenommen, Energie investiert und es hat für dich nicht geklappt.

Und dein Scheitern wird wahrscheinlich auch unangenehme Konsequenzen für dich haben.

  • Länger an der Uni,
  • nur noch eine zweite Chance,
  • vielleicht wird auch das Geld knapp,
  • eine  geplante Reise fällt ins Wasser,
  • oder, oder…

Darüber frustriert und traurig sein ist ok und wichtig. Denn damit gestehst du dir deinen Misserfolg ein.

2. Durchgefallen? Halte dich erstmal von Besserwissern fern

So ähnlich wie nach einer verpassten Fußballweltmeisterschaft plötzlich jeder der bessere Bundestrainer ist, finden sich auch nach einer verpatzten Prüfung jede Menge Ursachenforscher, die dir gute Ratschläge von „Siehste!“ über  „Kopf hoch!“ bis hin zu „Hättste mal …“ geben wollen. Gut gemeint – aber das bringt nix.

Keiner scheitert so wie du!

Klar, hat nun jeder Hypothesen und Ideen, woran es gelegen haben könnte, dass du deine Klausur oder Abschlussprüfung verpatzt hast. Aber niemand kennt dich, so wie du! Und wahrscheinlich kannst du all die guten Ratschläge gar nicht hören. Dein Kopf steckt ja noch im Sand. 

3. Glaub nicht alles, was du denkst!

Noch schlimmer als die Ratschläge von außen, ist aber das oft vernichtende Urteil, das du dir selbst gibst. Jeder hat eine innere Stimme, die in  Ausnahmesituationen standardmäßig reagiert und  sich ziemlich lautstark zu Wort meldet. 

Nimm diese Stimme interessiert zur Kenntnis, aber hinterfrage sie kritisch, denn sie kommt möglicherweise aus dem Reich der persönlichen Glaubenssätze. Kann stimmen, muss aber nicht.

Inneres Team

Innerer Kritiker oder Schmeichler? Was ist deine Spontanreaktion auf Misserfolg?

Es gibt zwei Arten von Stimmen bei verpatzten Prüfungen: 

1. Der innere Kritiker. Vernichtend in seinem Urteil

Eine „Siehste!“ – Stimme, die dir deine Selbstzweifel und Unsicherheiten um die Ohren haut. Meist beginnen sie mit „Ich bin zu… doof / faul / unorganisiert / schüchtern …“.

Das ist natürlich Käse.  Aber du glaubst es in dieser Situation nur allzu gerne und zerfleischst dich selbst. Hör auf damit!

Wenn du aus deinem Loch draußen bist, siehst du die Welt hoffentlich anders. Wenn nicht, musst du genau daran arbeiten. Denn mit negativen Überzeugungen im Gepäck, ist der Weg zur Prüfung auch ein zweites Mal beschwerlich und du legst dir selbst Steine in den Weg.

Hör auf, deine Selbstzweifel an mit der Gießkanne über dich zu verteilen. Es gibt keinen Grund dich zu schämen!

2. Der innere Schmeichler. Balsam auf deine wunde Seele.

Er versichert dir, dass die Prüfung viiii-hiiiiel zu schwer war. Dass der Prüfer fies korrigiert hat oder andere äußere Umstände für deinen Misserfolg verantwortlich waren.  Falls deine innere Stimme in diese Richtung argumentiert, solltest du auch hier genau nachhaken.

Angenehmer ist es schon, wenn du überzeugt bist, alles für die Prüfung getan zu haben und ein Opfer der Umstände zu sein. Aber hilft es dir weiter?

4. Selbstbetrug und Selbstzerfleischung helfen dir nicht weiter

Weder bist du zu doof für Prüfungen oder den Lernstoff (schließlich hast du es ja bis dahin gebracht!) noch ist es wahrscheinlich, dass die Prüfung zu schwer war. (Es haben sicher auch viele bestanden, oder?) 

Und mal ehrlich: Wie schwer wiegt diese nicht bestandene Prüfung  in – sagen wir mal – 10 Jahren? Eben. Sie ist ein Schluckauf in deinem Lebenslauf.
Durch eine Prüfung fallen ist nur blöd, wenn du es dabei belässt und keine Erkenntnisse für dich daraus ableitest.

Hinterfrage deine Lieblingsreaktionen auf Misserfolg

Ich kann mir gut vorstellen, dass der innerer Kritiker dir schon VOR der Prüfung das Leben und Lernen schwer gemacht hat. Und ein innerer Schmeichler ist auch kein hilfreicher Ratgeber. Geh ihm also nicht auf den Leim.

5. Analysiere die Ursachen  für dein Scheitern

Wenn du soweit bist, nimm den Kopf wieder raus aus dem Sand. Durch eine Prüfung zu rasseln ist schlimm und ärgerlich, aber sicher kein Weltuntergang. Entscheidend ist doch, wie du mit diesen Schwierigkeiten rund um Prüfung und Examen umgehst.

Du hast geschrien, getobt und dir traurige Musik reingezogen. Und jetzt ist es auch wieder gut damit. Ich finde diesen Stehaufmännchenspruch von Samuel Becket passend.

Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.

Samuel Beckett

Diese Fragen helfen dir bei der Fehleranalyse

  • Wie lief das Lernen? Welche Lernstrategien hast du angewendet? 
  • Wie hast du den Lernstoff aufgeteilt und wie war deine Zeitplanung insgesamt? Hattest du genug Pausen?
  • Was war mit deiner Motivation? Hast du bis es nicht mehr ging aufgeschoben oder bist du drangeblieben?
  • Hattest du zu jedem Zeitpunkt vor und auch während der Prüfung das Gefühl, die Situation im Großen und Ganzen kontrollieren zu können?
  • Hast du schon vor der Prüfung Muffensausen gehabt und dir dein Scheitern ausgemalt? (Daran solltest du auf jeden Fall arbeiten – denn diese Prüfungsangst führt geradewegs wieder in eine Prüfung, in der du unter deinen Möglichkeiten bleibst.)
  • Hast du dein Mindset von Anfang an auf Erfolg und “Ich – Schaff – das!” getrimmt? Nutzt du Strategien aus dem Mentaltraining?
  • In welchen Bereichen könntest du beim nächsten Mal Unterstützung gebrauchen? Was wirst du anders machen? Und wann fängst du damit an? Wie wird dein erster Schritt aussehen? 

Besser scheitern beginnt nach einer verpatzten Prüfung

  1. Es ist ok zu scheitern. Nicht schön, aber ok. Du bist deshalb kein schlechter Mensch / Partner / Sohn / Tochter…  Es ist kein Grund dich zu schämen.
  2. Misserfolge, Fehler, Scheitern sind Teil deines Erfolgs. Ohne Fehler kein Lernfortschritt.
  3. Rekapituliere deine Ziele (was willst du wirklich?)  – überleg dir das WOZU?!
  4. Mache einen Action Plan – alleine oder lass dir dabei helfen. Ich unterstütze dich gerne dabei!

Welche Strategie hilft dir, mit Fehlern oder Misserfolgen umzugehen? Hier in den Kommentar ist Platz für deine Tipps!

Lernfexige Grüße

Nicole.

 

Weitere Links

Wenn du deine Abschlussprüfung für eine Ausbildung nicht bestanden hast, findest du hier wichtige Infos bei der IHK.

Solltest du zwei Mal durch das Abi gefallen sein, kannst du u.U. trotzdem studieren. lies hier.

 

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